2026-09-16 Niederbronn - Reipertswiller
Ich muss jetzt zugeben, dass ich gestern ganz schön erledigt war... Auf dem Papier war der Tag ja unproblematisch, aber vielleicht lag's an der Wärme oder den vielen Burgruinen oder in bin halt inzwischen alt und nix mehr gewohnt. D'Fiaß hamma jedenfalls weah tau, wie der HMBC in den guten alten Tagen gesungen hat... Und dass es am Morgen aus einem nahezu schwarzen Himmel begonnen hat, vor sich hinzutröpfeln, hat meine Zuversicht nicht unbedingt gesteigert.
Auf der anderen Seite hab ich mir gedacht: wenn ich den Tag mit Würde hinter mich bringe, dann geht der Rest auch 😉!
Bei der Gelegenheit muss ich jetzt auch ein paar Worte über das Problem der Muffeligkeit einer solchen Unternehmung verlieren. Man sollte nicht denken, dass der Veilchenduft der Anreise auch nur einen halben Tag überlebt. Und leider hat es sich eingebürgert, dass die Hotels in ihren Waschbecken keinen Stöpsel mehr verbauen und auch keinen anderen Schließmechanismus. Schaut natürlich so besser aus, aber für den miefenden Wandersmann (und seine Frau, obwohl diese über eine Art eingebauten Wohlgeruch verfügt), ist das nicht so optimal, da man die Wäsche zwar durch's Wasser ziehen, aber nicht mit Waschmittel behandeln kann. Und zumindest was mich betrifft, ist der daraus resultierende Odeur ein zusätzliches Motivationsproblem. Wer beobachtet schon gerne ein Absterben von Flora und Fauna im Umkreis von 5 Metern, wenn man so durch die Landschaft schreitet...
Ich weiß, das liest man nirgends, und es ist auch alles nicht so schlimm bei gutem Wetter, aber wenn man dann am vierten Tag unterwegs ist und alles ist trüb und grau...
Die gute Nachricht ist: Unsere Wanderung war vollkommen entspannt. Mittags kam die Sonne raus, unterwegs zwei Chateaus, ein Bankerl passend zur Mittagspause gerade um 12, alles perfekt!









Und das Hotel in Reipertswiller ist echt eine Überraschung: von außen unspektakulär und altmodisch, aber innen schön, großzügig und entspannt. So ein richtiges Hideaway, denn hier im Ort ist ansonsten der Hund varreckt.


