2026-02-26 Krokusbokeh

Zwei lila Krokusse blühen im Garten. Der vordere ist scharf, der hintere leicht unscharf. Goldene Bokeh-Lichter im Hintergrund.

Nur dass keiner denkt, ich würde meine Drohung nicht wahr machen. Das Ding mit dem Bokeh erkläre ich kurz, weil das auf jeden Fall noch öfter vorkommen wird. Mit "Bokeh" bezeichnet der Japaner

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(...) den in der Fotografie verwendeter Begriff für die Qualität eines Unschärfebereichs. Unscharfe Gebiete eines Fotos (oder Films) werden von einem Objektiv durch Projektion auf eine Abbildungsebene (heute typischerweise einen Bildsensor) erzeugt. Sie sind durch die geometrischen Abbildungseigenschaften des Objektivs bedingt. Das Auge sieht bei der unmittelbaren Betrachtung des aufgenommenen Objekts die Unschärfen anders. Bokeh versucht, die meist subjektive ästhetische Qualität dieser objektivabhängigen Unschärfen zu kennzeichnen; dabei geht es nicht nur um den Grad der Unschärfe, sondern auch darum, wie die Unschärfebereiche aussehen, etwa wie Ringe oder Kreise.

(hab ich einfach so aus Wikipedia abgeschrieben)

Das heißt also, erstens, dass im Bild etwas scharf sein muss und etwas anderes unscharf, dass aber der unscharfe Bereich nicht etwa wurscht ist, sondern auch gut ausschauen soll.

Und da gibt's dann wiederum zwei Varianten: entweder es soll möglichst cremig sein, oder es soll "interessant" unscharf sein. Welche der beiden Varianten man bevorzugt ist natürlich Geschmackssache, aber bei Portraits würde ich jetzt eher cremig bevorzugen, bei Blumen eher kringelig.

Cremig bekommt man mit jedem schnellen modernen Objektiv hin, für kringelig nimmt man entweder eine original alte Optik (z. B. das berühmte Trioplan von Meyer Optik Görlitz, für das auf dem Gebrauchtmarkt schier unglaubliche Summen verlangt werden oder - für die Hardcore-Fraktion - das Helios 44, aber das muss man dann schon echt mögen) oder eine der neuen Linsen, die die alten Abbildungsfehler bewusst nachbauen (z. B. mein TTArtisan 100mm f2.8, ein vergleichsweise billiges Vergnügen).

Falls das unerwarteterweise jemanden tatsächlich interessiert, gibt es hier einen schönen Artikel für den tieferen Einstieg. Jana Mänz macht auch tolle Bücher und ich finde ihre Fotos sehr inspirierend.